Sieben Regeln für einen gelungenen Webauftritt

Damit Besucher eine kommunale Website gerne aufrufen, ist ein stets aktueller Inhalt mit wichtigen Informationen und Serviceleistungen das A und O. Es soll aber auch Spaß machen, auf einer Seite zu surfen. Dazu gehören ein paar wesentliche Faktoren, die im Grunde immer und für alle Webpräsenzen gelten (sollten). Wenn es um die strukturelle und optische Darstellung geht, sollte man die folgenden Regeln für einen gelungenen Webauftritt beachten:

1. Responsive Gestaltung

Immer häufiger wird nicht mehr über klassische Desktop-PCs oder Notebooks im Web gesurft. Tabletts oder Smartphones werden nach aktuellen Statistiken bereits häufiger genutzt, um schnell eine Information im Internet aufzurufen. Daher sollte auch die Website der Kommune auf den kleineren Bildschirmen der Mobilgeräte optimal dargestellt werden und bedienbar sein. 

2. Übersichtlichkeit

Kommunale Webseiten sollten vor allem eines sein: eine schnelle Informationshilfe und Serviceschnittstelle zur Kommunikation zwischen Verwaltung auf der einen Seite und Informationssuchenden auf der anderen. Die immer größer werdenden Möglichkeiten flexibler „kunstvoller“ Gestaltung sollten nicht dazu verleiten, sich in unnötigen Spielereien zu verlieren. Funktion und Inhalt stehen im Vordergrund. Eine moderne, schlanke Gestaltung hilft dem Besucher, sich schnell zurechtzufinden und einfach zum gesuchten Inhalt zu gelangen. Trotzdem kann mit sparsam verwendeten Effekten und minimalistischen Animationen eine „peppige“ Aufwertung erfolgen und Besucher bewusst auf Inhalte gelenkt werden.

3. Saubere Informationsstruktur

Überladen Sie einzelne Seiten nicht mit zu viel Inhalt, sondern strukturieren Sie Ihre Inhalte in einer ordentlichen und logischen Navigationsstruktur. Insbesondere die Startseite als Einstieg in Ihr kommunales Portal sollte ein klarer „Wegweiser“ sein. Dazu können „Schnellnavigatonspunkte“ dienen, die dem Besucher auf der Startseite oder einer Randspalte angeboten werden. Werden diese nach Bedarf und aktueller Situation eingesetzt und ausgetauscht, z.B. vor Wahlen oder für Coronanews, bleibt die Seite lebendig und nutzerfreundlich. Die wichtigsten und aktuellsten Informationen können angerissen werden und dienen zur Schnellinformation und als Angebot zur vertieften Informationsbeschaffung über eine Verlinkung – etwa aktuelle Meldungen oder Veranstaltungen.

4. Stimmige Farbwahl

Wenn Sie bereits ein Corporate Design haben, ist es klar, welche Farbe auf Ihrer Website vorherrschen sollte. Das ist die sogenannte Primärfarbe. Gibt es keine eindeutige Vorgabe, dient häufig ein Logo oder Wappen als Grundlage der Farbauswahl. Seien Sie dabei aber vorsichtig: Was in der kleinen Darstellung, besonders eines meist historischen Wappens, noch ganz ok aussieht, kann großflächig ein „No-go“ sein. Insbesondere grelle, auffällige und gesättigte Farben wirken eher abschreckend und unästhetisch.

Beachten Sie die Grundregeln von Farbharmonien, um ergänzend zur Primärfarbe eine zweite, eine sogenannte Sekundärfarbe, festzulegen, die z.B. im Footerbereich eingesetzt werden kann. Werkzeuge im Web können helfen, die richtige Wahl zu treffen (z.B. Adobe color). Eigentlich sollte es damit schon genug Farbe sein. Eventuell kann noch eine dritte Farbe oder Farbabstufung als Akzentfarbe in Frage kommen, etwa für Links. Achten Sie bei der Farbwahl aber auch auf genügend Kontraste und eventuelle Probleme für Menschen mit Sehschwächen (z.B. mit Rot-Grün-Schwäche) wegen der Barrierefreiheit.

5. Lesefreundliche Typografie

Nutzen Sie weboptimierte, lesefreundliche Schriftarten. Im Web sollten Sie serifenlose Schriften verwenden, also Schriften mit einer geradlinigen, schnörkellosen Form (z.B. Open Sans, Robotic, Ubuntu etc.). 

Machen Sie aus Ihrer Website keinen kleingedruckten Beipackzettel. Nutzen Sie eher größere, leicht zu lesende Schriftgrößen. Natürlich ist ebenso wie unter Punkt 4 auf einen ausreichenden Kontrast zum Hintergrund zu achten. Eine weiße Schrift auf gelbem Hintergrund ist immer eine suboptimale Entscheidung für eine barrierefreie Darstellung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, gibt es zur Hilfestellung und Bewertung Hilfen im Web wie z.B. den Contrast Checker. Nach den Regeln der WCAG werden Schriftfarbe, Schriftgröße und verwendete Hintergrundfarbe auf ihre Eignung bewertet.

6. Bilder, die Eindruck machen

Nutzen Sie hochwertige Bilder, am besten natürlich authentisches und einzigartiges Fotomaterial aus Ihrer Kommune oder Region. Bilder sagen mehr als tausend Worte und werden visuell deutlich schneller wahrgenommen und in Erinnerung behalten als Text. Setzen Sie Bilder überall dort ein, wo sie kommunikativ unterstützen und in den Kontext passen. Sie werten Ihre Seite damit nicht nur deutlich auf, sondern können auch die Aufmerksamkeit des Besuchers lenken. Wenn Sie mit tollen Sehenswürdigkeiten hervorstechen können oder stärker touristisch geprägt sind, haben starke Bilder ohnehin einen großen Stellenwert. Achten Sie auf qualitativ hochwertiges Bildmaterial. Verpixelte Bildchen im Briefmarkenformat sind eher abschreckend als förderlich. Beachten Sie immer die Bildrechte und das Recht am eigenen Bild, um juristische Probleme zu vermeiden. 

7. Bildgrößen auf ein webtaugliches Format reduzieren

Selbst Handyfotos haben heute eine Auflösung von mehreren Megapixeln. Bekommen Sie Fotos von einem Profifotografen können das dank modernster Digitalkameras auch schon mal 100 Megapixel und mehr für ein Foto sein. Das ist natürlich für die Verwendung auf einer Webseite erheblich zu groß. Hier gilt es nämlich, jedes Bit und Byte zu sparen, besonders wenn Sie viele Bilder auf eine Seite packen, etwa als wechselnde Titelbilder oder eine Slideshow. Je größer die Bilddatei, desto länger dauert das Laden der Seiten; bei mobilem Internetempfang wird das Datenvolumen noch dazu viel deutlicher belastet. Besonders die meist für Pixelgrafiken verwendeten jpg-Dateien können fast ohnein ihrer Dateigröße deutlich verkleinert werden, meist ohne mit dem bloßen Auge erkennbaren Qualitätsverlust. Wenn dann noch die Pixelanzahl verringert wird, weil man ohnehin im Web nur ein viel kleineres Format braucht, lässt sich eine Bildgröße je nach Motiv um bis zu 90% verkleinern. 

Sicher gibt es noch viele Dinge mehr zu beachten; mit den oben genannten sieben Regeln für einen gelungenen Webauftritt ist aber schon mal das Wesentliche geschafft.