Mit der EU-Richtlinie 2016/2102 kann es für kommunale Verwaltungen unangenehm werden, die Inhalte ihrer Webseiten Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht einfach nutzbar und lesbar zu machen, sprich: barrierefreie Webseiten zu erstellen.

Nicht selten wird dem Thema bisher nur am Rande Aufmerksamkeit geschenkt. Die EU-Richtlinie 2016/2102 vom 26. Oktober 2016 soll dem eine Ende bereiten: Sie nimmt öffentliche Betreiber durch verbindliche Maßnahmen wesentlich schärfer in die Pflicht als bisher. Wie üblich, muss eine EU-Richtlinie bis zu einem Stichtag in nationales Recht umgesetzt werden; in diesem Fall ist das der 23. September 2018. Alle danach erstellen Webseiten müssen genau ein Jahr später die Vorgaben erfüllen; ältere Seiten zwei Jahre später, mobile Apps bis zum 23. September 2021. Die bisherigen Regelungen der BITV2.0 und WCAG 2.1 gelten weiterhin, werden aber durch die neuen Bestimmungen ergänzt und erweitert.

Richtlinie EU 2016/2102 des Europäischen Parlaments und des Rates über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen.

Die EU-Richtlinie gibt vor, dass öffentliche Beschwerdestellen eingerichtet werden müssen. In Deutschland überwacht eine Kontrollinstanz, ob die Bestimmungen für barrierefreie Webseiten eingehalten werden. Darauf muss auf den Webseiten deutlich hingewiesen werden; und nicht nur das: Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen müssen auch die Möglichkeit haben, die Nutzbarkeit der Seiten öffentlich zu kommentieren und sich gegebenenfalls über den Betreiber zu beschweren. Da dies für jeden sichtbar ist, könnte es für kommunale Webseitenbetreiber unangenehm werden, wenn Versäumnisse auf diese Weise „angeprangert“ werden.

Was ist zu tun?

  1. Zunächst sollte grundsätzlich geklärt sein, ob sich mit der verwendeten Technik barrierefreie Webseiten erstellen lassen bzw. die neuen Anforderungen zukünftig abgedeckt werden können. Ist ein externer Anbieter beauftragt, sollte dieser eine Erklärung hierzu abgeben können. Wer auf ein spezialisiertes Content Management System für Kommunen (wie iKISS) setzt, hat schon einmal den richtigen Grundstein gelegt.
  2. Auf die Internetseite gehört eine gut sichtbare Eigenerklärung zur Konformität durch die Verwaltungsleitung.
  3. Besucher müssen die Möglichkeit haben, auf der Webseite die barrierefreie Nutzung zu bewerten und einen Kommentar zu hinterlassen. Wie bei allen Kommentarmöglichkeiten sollte natürlich ein Auge auf Missbrauch geworfen werden. Mit einem gut organisierten Redaktionssystem hat man dieses Problem im Griff. Ein Unterdrücken oder Löschen berechtigter und angemessener Kommentare verbietet sich von selbst, kann im schlimmsten Fall zu öffentlichem „Shitstorm“ über andere Kanäle führen und wird natürlich die Kontrollinstanz auf den Plan rufen. 
  4. Schließlich muss noch der Hinweis auf die Beschwerdemöglichkeit mit Kontaktdaten der Beschwerdestelle platziert werden; sinnvollerweise direkt an die Konformitätserklärung und Kommentarfunktion.

Ausnahmen und freiwillige Selbstverpflichtung

Die EU-Richtlinie gilt ausschließlich für öffentliche Betreiber. Darüber sind in Artikel 1 Absatz 3 und 4 eine Reihe von Ausnahmen festgehalten. Artikel 5 stellt es den Mitgliedsstaaten frei, Schulen, Kindergärten oder Kindergrippen auszunehmen soweit sich die Inhalte nicht „auf wesentliche Online-Verwaltungsfunktionen beziehen.“

Content Management System für Kommunen: barrierefreie Webseiten im Fokus

Die neuen Bestimmungen zeigen einmal mehr die Vorteile eines CMS, das eigens für Kommunen und deren Einrichtungen entwickelt wurde und an gesetzliche Regelungen zeitnah angepasst wird. Kunden des kommunalen CMS iKISS haben bereits das richtige Werkzeug für barrierefreie Internetseiten. Die Implementierung der nach der EU-Richtlinie geforderten zusätzlichen Inhalte ist mit minimalem Aufwand erledigt.

Link zur vollständigen Richtlinie EU 2016/2102 im Amtsblatt der Europäischen Union

 

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